Forum: Die Vögel (1963)  
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Betreff Erstellt von Zeitpunkt    
Klasse!
  von Melodram (27. Juni 2009 16:16:31)
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AKTUALISIERT 22. Juli 2009 00:54:53

In dem Film „Die Vögel“ verwandeln sich die harmlosen und scheuen Vögel in kürzester Zeit zu angriffslustigen, gehässigen und erbarmungslosen Bestien, die auf alles einhacken, was sich bewegt. Sie reißen vor dem Menschen nicht mehr aus, sondern greifen ihn bewusst an. Kleine, mysteriöse und schockierende Ereignisse, die schleichend mehr und mehr werden, bis sie allgegenwärtig sind. Das Alltägliche wird zur Gefahr. Der Film zeigt die Rache der Natur am Menschen und weist eine düstere Schreckensvision auf. Spielt die Natur verrückt, ist ihr der Mensch hilflos ausgeliefert. Geräuschlos, wie von Geisterhand, verteilen sich die hinterlistigen Bestien vor ihren Angriffen unbemerkt in der ganzen Stadt. Soeben sind es nur zwei Vögel, im nächsten Augenblick sind es bereits tausend, die auf den Dächern, Bäumen und Straßen sitzen. Die Massen von tiefschwarzen Krähen, Raben und Dohlen strahlen etwas melancholisches, todbringendes aus. Von überall ertönt ein Kreischen, das einem durch Mark und Bein fährt und für eine unheimliche Stimmung sorgt. Die Menschen in Bodega Bay fühlen sich beim Anblick der vielen Vögel bedroht und eingeengt, weil die Bestien so intelligent, überlegen und hinterlistig erscheinen. Sie spüren, wie die Vögel immer mehr und mehr ihr Leben einschränken und bestimmen. Alles kann sie reizen - die Leute müssen unbemerkt an den Tieren vorbeilaufen, weil schon die kleinste Bewegung oder das minimalste Geräusch einen grausamen Angriff zur Folge haben könnte. Doch vor lauter Panik rennen sie los. Plötzlich greifen die Vögel von oben, aus allen Richtungen und in riesigen Scharen an. Sie kommen mit fürchterlichen Flügelschlägen und einem lauten Kreischen auf ihre Opfer zu, hacken von allen Seiten auf die Menschen ein und hören nicht mehr auf zu kreischen, zu flattern und zu picken. Der Kampf gegen die Bestien ist eine höllische Qual. Die Menschen sind in Panik, in Todesangst und schreien verzweifelt. Sie versuchen sich mit Händen und Füßen aus dem mörderischen Getöse zu befreien, doch sie sind den Bestien hilflos ausgeliefert. Die Vögel hacken immer und immer wieder hartnäckig auf die Leute ein, bis sie bewusstlos oder sogar tot zu Boden fallen. Übrig bleiben grauenvoll verstümmelte, blutüberströmte Leichen. Die Vögel werden von Tag zu Tag gefährlicher, morden immer brutaler und lauern förmlich darauf, dass sich die Menschen bewegen, um sie zu attackieren. Das Böse kommt von oben – das Leben wird in Bodega Bay zu einem einzigen Alptraum. Die Leute müssen die Fenster, Türen und die winzigsten Ritze vernageln, um sich vor den Bestien zu schützen. Sie werden drastisch in ihrem Leben und Handeln eingeschränkt, dürfen sich fast nicht mehr bewegen, um überhaupt überleben zu können. Die Bewohner werden in dem von der Umwelt abgeschnittenen Städtchen zu Gefangenen der Bestien, zu Opfern des Terrors. Die Vögel übernehmen die Macht, der Mensch muss sich ihnen unterordnen. Das ursprünglich idyllische, reizende, lichtüberflutete Bodega Bay wandelt sich zu einem Ort voller Dunkelheit, Erschütterung und Grauen. Keiner hätte gedacht, dass der Besuch von Melanie ein solch schlimmes Ende nehmen würde, dass die Vögel Menschen terrorisieren und über sie herrschen. Das Publikum ist vertieft und, wie auch die Hauptfiguren, gefangen an einem Ort der Angst. Die Vögel haben gesiegt - eine Situation der Ausweglosigkeit. Der Zuschauer wird von der bedrückenden, verstörenden, unheimlichen Atmosphäre, der nervenzerreißenden Spannung, den spektakulären Angriffsszenen und den unvergesslichen Schockmomenten so erschüttert, dass er sich selbst bedroht fühlt und vor Angst erstarrt. Er zuckt schon zusammen, wenn die Vögel auch nur einen Flügel bewegen. Eine furchterregende Schreckensvision.

 
 


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