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Regisseur:
Premierendatum:
16. Oktober 2002 (Deutschland) Mehr ansehen »
Genre:
Komödie | Drama
Nutzerkommentare:
Verschwörungstheoretiker hinterm Mond Mehr ansehen (1 insgesamt) »

Diskussionsforen

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Besetzung

  (Auswahl der im Abspann genannten Besetzung)

Stanley Kubrick ... als er selbst (Archivmaterial)

Richard Nixon ... als er selbst (Archivmaterial)
übrige Besetzung in alphabetischer Reihenfolge:

Buzz Aldrin ... als er selbst
Loïs Aldrin ... als sie selbst
Tad Brown ... David Bowman
Lawrence Eagleburger ... als er selbst
Farouk Elbaz ... als er selbst
Philippe Faure ... Erzähler (Sprechrolle)
Alexander Haig ... als er selbst
Jan Harlan ... als er selbst
Richard Helms ... als er selbst
Jeffrey Hoffman ... als er selbst
Bernard Kirschoff ... Dimitri Muffley

Henry Kissinger ... als er selbst
Christiane Kubrick ... als sie selbst
Binem Oreg ... W.A. Koenigsberg
Barbara Rogers ... Eve Kendall
John Rogers ... Ambrose Chapel

Donald Rumsfeld ... als er selbst
David Scott ... als er selbst
Jacquelyn Toman ... Maria Vargas
Vernon Walters ... als er selbst
David Winger ... Jack Torrance
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Weitere Details

Auch bekannt als:
"Opération lune" - Frankreich (Originaltitel)
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Länge:
52 Min
Land:
Frankreich
Sprache:
Französisch | Englisch
Farbe:
Farbe

Unterhaltsames

Bezüge zu anderen Titeln:
Nimmt Bezug auf Capricorn One (1977)Mehr ansehen »

1 von 1 Nutzern fanden den folgenden Kommentar hilfreich.
Verschwörungstheoretiker hinterm Mond, 31. August 2010
Verfasser: tgas aus Deutschland

*** Dieser Kommentar kann Spielverderber enthalten ***

Bei 9-11 hatte Satan seine Hand im Spiel, dessen Fratze sich in den Aschewolken abzeichnete. Der Vatikan hortet emsig Geheimakten über „Die Päpstin". Und dann der Klassiker: Die Amis waren nie auf dem Mond. Wenn mir eine Bekannte stolz erzählt, dies stehe schwarz auf weiß in einem Buch, wird mir schlecht. Wer alles Gedruckte und sonstwie unters Volk Gebrachte glaubt, der glaubt auch noch ganz anderen Quatsch als die Mär der Nicht-Mondlandung.

Um diese geht es im vorliegenden Film. Er möchte sogar erklären, was wir stattdessen zu sehen bekamen: einen Film des Meisterregisseurs Stanley Kubrick, der nach seinem bahnbrechenden „2001 – Odyssee im Weltraum" genau der Richtige dafür war. Schließlich müsse es einen Grund dafür geben, dass Kubrick später für „Barry Lyndon" hochempfindliche und sündhaft teure Carl-Zeiss-Linsen von der NASA ausleihen durfte – die Weltraumbehörde war ihm noch etwas schuldig! Und dann wird das Ungeheuerliche en détail geschildert…

…wobei allerdings gerade derjenige Zuschauer ab und an ins Stutzen gerät, der Kinoliebhaber ist. Ausgerechnet ein Rabbi heißt „Allen Koenigsberg"; das ist der Geburtsname des jüdischstämmigen Atheisten Woody Allen. Zufall? Es gibt weitere „Zufälle": Ein Mann heißt David Bowman (= Rollenname eines Astronauten aus „2001"), ein anderer Jack Torrance (= Protagonist aus Stephen Kings „The Shining", verfilmt von – na, wem wohl? Stanley Kubrick!). Es kommen desweiteren die Rollennamen Ambrose Chapel und Maria Vargas vor. Ersterer bezeichnet sowohl einen Mann als auch eine Kapelle in Alfred Hitchcocks „Der Mann, der zuviel wusste" (bezeichnenderweise ist der Mann namens Ambrose Chapel dort die berühmte falsche Fährte). Maria Vargas ist der Rollenname Ava Gardners aus „Die barfüßige Gräfin"; eine spanische Tänzerin aus der sogenannten Unterschicht, die jemand anderes sein will. Konsequenterweise stellt sich der vorliegende Film am Ende als „mockumentary" heraus, als Fake. Und er kann mehr als nur gelungen den Zuschauer zu veräppeln. Er enthält nämlich einige kluge Aussagen dazu, wie Verschwörungstheorien entstehen, warum wir auf sie hereinfallen, wie wir das vermeiden können. Der Film ist ein leidenschaftliches und gleichsam kluges Porträt für Wachsamkeit, Skeptizismus und kritisches, mündiges, autonomes Denken. Damit erfüllt er eine wichtige Funktion, denn es kann natürlich um viel Gefährlicheres gehen als das Gerücht der Nicht-Mondlandung, mit dem wir manipuliert werden.

Warum ist der Film so überzeugend? Er theoretisiert nicht, er führt es vor, wie man Meinungen beeinflusst. Man sollte den Film am besten zwei Mal sehen, und beim zweiten Mal werden sich des Kaisers neue Kleider als nackt erweisen. Die Maschen der Verschwörungstheoretiker und sonstigen Manipulatoren sind:

1. Etwas Unwahrscheinliches darf nicht Zufall sein, es muss eine dunkle Verschwörung, eine höhere Macht oder was auch immer dahinter stecken (Warum kann Kubrick die Linsen als hochanerkannter Regisseur nicht einfach so bekommen haben? Warum kann es nicht andere Erklärungen für die Fahne auf dem Mond geben, die dort eigentlich nicht wehen dürfte?). Verschwörungstheoretiker neigen dazu, alles erklären zu wollen, und so abstrus ihre Interpretationen auch sind, sie sollen das Unwahrscheinliche wenigstens ein bißchen wahrscheinlicher machen. Unwahrscheinliches gibt es aber tagtäglich!

2. Und wenn Schritt 1 erst einmal gegangen ist, soll das Unwahrscheinliche nicht nur ein kleines bißchen wahrscheinlicher, sondern auch unangreifbar gemacht werden. Immer wieder gibt es Menschen, die auspacken wollen und mundtot oder gleich ganz tot gemacht werden, natürlich in letzter Sekunde vor der geplanten großen Enthüllung. Oder Beweise werden gerade im letzten Moment vernichtet. Der vorliegende Film wimmelt von solchen Szenarien und inszeniert sie wie klassischen Suspense, wie einen Wettlauf mit der Zeit, den die angeblichen Aufklärer natürlich immer verlieren.

3. Zeitzeugen sagen angeblich immer die Wahrheit! Warum eigentlich? Es ist doch erwiesen, dass Politiker und Promis lügen wie gedruckt (eine schöne Redensart, die zeigt, dass gerade Gedrucktes nicht immer wahr ist). Doch sind Verschwörungstheoretiker (oder solche Menschen, deren Sätze man dergestalt missinterpretieren kann) von hinreichend hohem Rang/Bekanntheitsgrad, so glaubt man ihnen leichter bzw. zieht aus ihren Aussagen heraus, was man glauben will.

4. Sätze und vor allem Bilder sieht man oft mit einer vorgefassten Meinung, und Statistiken / Berechnungen haben noch immer einen völlig unbegründeten Vertrauensvorschuss, weil man sie für objektiv und unverfälschbar hält. Dabei gibt es nichts, was man so massiv selektieren, manipulieren, missinterpretieren kann wie Statistiken und Bilder. „In Vorpommern ist Suizid die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen"; das klingt, als sei dies eine besonders triste Gegend. Aber woran sollen Jugendliche eigentlich sonst sterben? Tödliche Krankheiten und Tötungsdelikte kommen gottlob selten vor, so dass allgemein auf Platz 2 der Suizid steht, nicht nur in Vorpommern (Platz 1 nehmen Verkehrsunfälle ein). Also haben wir eine objektiv richtige, aber suggestiv falsche Aussage. Bei Bildern ist das nicht anders; jeder Diktator (vor allem, wenn er von geringer Körpergröße war) wusste das zu nutzen. Wir sehen in dem hier rezensierten Film zwei Mal die Abschussrampe, und ein Mal ist das Gegenlicht viel schöner. Dazu hören wir die abstruse Behauptung, Hollywood habe den Tipp gegeben, die gesamte Abschussanlage ein paar Meter zu versetzen, damit der Start schöner aussähe – und das hätte die NASA tatsächlich für wasweißichwieviel Geld gemacht. Natürlich ist das eine Frage von Sonnenstand, Kameraposition und Brennweite, sonst nichts!

Damit ergänzt der Film seine Verweise auf Kino-Namen um eine visuelle Ebene: Wer sich ein bißchen für Fotografie und/oder Kino interessiert, ist besser gewappnet, nicht auf jeden Schwachsinn hereinzufallen. Der vorliegende Film manipuliert selbst massiv, legt aber am Ende seine Mittel offen. Dabei können wir etwas lernen, uns an die eigene Nase fassen und auch gut unterhalten werden. Bemerkenswert ist, wie viele prominente Persönlichkeiten (z.B. Kubricks Witwe Christiane und sogar der damalige US-Verteidigungsminister Rumsfeld) bereit waren, in gefaketen Expertenrunden und Statements Drehbuch-Blödsinn mit heiligem Ernst vorzutragen. Kaum sagen Mrs. Kubrick und Mr. Rumsfeld etwas, glaubt man es. Ob es Letzterem wirklich recht sein kann, an einem Projekt mitgewirkt zu haben, das auch den Blick für Lügen der US-Regierung schärft, z.B. für die Hohlheit der Phrasen von Rumsfelds Amtskollegen Colin Powell, dem wohl größten Lügner der Bush-Regierung? Vielleicht hat es Rumsfeld nicht gemerkt. So listig ist „Kubrick, Nixon und der Mann im Mond". Er schickt alle Lügner und Verschwörungstheoretiker auf den Strich!

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